
Vom 9. bis 20. März 2026 werden sich die Vertreter:innen der Mitgliedsstaaten, der UN-Einheiten und von akkreditierten Nichtregierungsorganisationen in New York zu 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission treffen. Schwerpunkt dieses Jahr ist die Sicherstellung und Stärkung des Zugangs zum Recht für alle Frauen und Mädchen, durch die Förderung inklusiver und gerechter Rechtssysteme, die Beseitigung diskriminierender Gesetze, Politiken und Praktiken sowie den Abbau struktureller Barrieren. Zudem wird das Thema der vollständigen und wirksamen Beteiligung von Frauen am öffentlichen Leben und an Entscheidungsprozessen sowie die Beseitigung von Gewalt, um die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung aller Frauen und Mädchen zu erreichen, überprüft.
Die UN-Frauenrechtskommission (CSW) ist das wichtigste globale zwischenstaatliche Gremium, das sich ausschließlich der Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Stärkung der Rolle der Frau widmet. Als Fachkommission des Wirtschafts- und Sozialrats (ECOSOC) wurde sie durch die Resolution 11 (II) des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen vom 21. Juni 1946 eingerichtet und war damit das erste UN-Gremium, dass sich mit Frauenrechten befasste. Die CSW spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung der Rechte der Frauen, der Dokumentation der Lebensrealität von Frauen weltweit durch Forschung und globale Konferenzen und der Gestaltung globaler Standards zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung der Rolle der Frau.
Seitdem hat die UN viel für Frauenrechte bewirkt. Zum Beispiel hat die Kommission sichergestellt, dass auch in der allgemeinen Menschenrechtserklärung Regelungen zur Gleichstellung zwischen Mann und Frau aufgenommen wurden bzw. dass wegweisende Konventionen wie das Übereinkommen über die politischen Rechte der Frau und die Frauenrechtskonvention verabschiedet wurden, sowie, dass die Weiterentwicklung neuer Themen wie die digitale Gleichstellung im 21. Jahrhundert angegangen wird.
Trotz all der Fortschritte bezüglich der Gleichstellung der Frau gibt es noch viel zu tun. Das gilt auch in Deutschland. So gibt es insbesondere im Bereich der unbezahlten Pflege und Hausarbeit noch große Lücken, die zu schließen sind. Eine Studie zeigt, dass 15,8% der Frauen, verglichen mit nur 10% der Männer, ihre Zeit mit unbezahlter Haus- oder Pflegearbeit verbringen. Daneben gibt es auch bei sexueller Gewalt noch ein auffallendes Missverhältnis. Während nur noch 0,3% der Männer betroffen sind, so sind es bei den Frauen immer noch 3,6% (der gemeldeten Fälle).
Auch ein großes Problem ist die digitale Gewalt. In der digitalen Welt gehört auch hierzu die sog. „Manosphere“, ein loses Netzwerk im Internet, das vorgibt, sich mit Problemen der Männer wie Fitness, Dating oder Vaterschaft auseinanderzusetzen, während tatsächlich frauenfeindliche, rückständige Ratschläge erteilt werden und toxische Männlichkeitsbilder propagiert werden.
Die Konferenz kann bei Interesse live verfolgt werden. Das wichtigste Ergebnis der Kommission für die Rechtsstellung der Frau sind die vereinbarten Schlussfolgerungen zu den für jedes Jahr festgelegten Schwerpunktthemen. Die vereinbarten Schlussfolgerungen enthalten eine Analyse des Schwerpunktthemas und eine Reihe konkreter Empfehlungen für Regierungen, zwischenstaatliche Gremien und andere Institutionen, Akteur:innen der Zivilgesellschaft und andere relevante Interessengruppen, die auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene umgesetzt werden sollen. Zusätzlich zu den vereinbarten Schlussfolgerungen verabschiedet die Kommission auch eine Reihe von Resolutionen zu verschiedenen Themen. Die DGVN schickt selbst zwei junge Vertreter:innen der Zivilgesellschaft zur Konferenz, die vor Ort ihre Stimme für Frauenrechte erheben und so zur Weiterentwicklung der Frauenrechte weltweit beitragen können.
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Nele Grehn ist Mitglied der DGVN und in verschiedenen Kreisen aktiv. Insbesondere ist sie aktives Mitglied der Jungen DGVN Nord und engagiert sich bei der Organisation von Veranstaltungen, in der Redaktion des UNified Youth Blog und bei UN im Klassenzimmer.