Ein Beitrag von André Sonnenberg
Um die Wahrnehmung und Umsetzung der Ziele der Vereinten Nationen in Mecklenburg-Vorpommern besser einschätzen zu können, reiste eine dreiköpfige Delegation des Landesverbandes Nord der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen durch das Bundesland. Vertreten wurde der Landesverband durch die beiden Co-Vorsitzenden Leah Mathiesen und Tim Pöppel sowie André Sonnenberg als stellvertretender Vorsitzender des LV Nord und Hauptansprechpartner für Mecklenburg-Vorpommern.
Die Schwerpunkte der Reise lagen in den Städten Schwerin, Greifswald und Demmin. Dieser Beitrag behandelt den ersten Stopp dieser Reise in Schwerin am 11.05.2026.
Austausch im Ministerium für Inneres, Bau und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern

Von links nach rechts: Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich, André Sonnenberg, Leah Mathiesen und Tim Pöppel
Der erste Termin führte die Delegation in die UNESCO-Welterbestadt Schwerin zum Ministerium für Inneres, Bau und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern. Dort fand ein ausführlicher Austausch mit Staatssekretärin Ulbrich und ihren Mitarbeitenden statt.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen unter anderem das Engagement Mecklenburg-Vorpommerns im Kontext der Vereinten Nationen, die Jugendbeteiligung im Land sowie mögliche Kooperationsfelder zwischen dem Land und der DGVN Nord. Darüber hinaus wurde erörtert, welche konkreten UN-bezogenen Themen derzeit von Seiten des Landes bearbeitet werden.
Dabei wurden unter anderem folgende Schwerpunkte genannt:
- Drei Polizeibeamte aus Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit in UN-Missionen im Irak, in der Ukraine und in Moldau im Einsatz
- Migration
- Der UNICEF-Lauf in Schwerin
- Bildung und die Bedeutung des jüngsten UNICEF-Berichts
- Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Mecklenburg-Vorpommern
Zusätzlich wurden folgende Aspekte diskutiert:
- Als mögliche Veranstaltungsorte für künftige UN-bezogene Veranstaltungen wurden Schwerin und Güstrow genannt
- Möglichkeiten der Jugendbeteiligung, unter anderem durch das Projekt „UN im Klassenzimmer“
- Die Überlegung, perspektivisch eine UN-nahe Institution in Mecklenburg-Vorpommern anzusiedeln, die sich beispielsweise mit dem Schutz und Erhalt der Weltmeere befasst. Zwar verfügt das Land bereits über wissenschaftliche Einrichtungen wie die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM), die universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen vernetzt, jedoch existiert derzeit keine dauerhafte UN-Meeresschutzinstitution in Mecklenburg-Vorpommern
Gespräch mit der UNESCO-Welterbe-Koordination Schwerin

Der zweite Termin führte die Delegation zu Frau Linda Holung, Koordinatorin für das UNESCO-Welterbe Schwerin. An dem Gespräch nahmen zudem die beiden Vorsitzenden des Welterbe Schwerin Fördervereins e.V. teil.
Die Stadt Schwerin zählt derzeit zu den weltweit 1.248 UNESCO-Welterbestätten (Stand: 11.05.2026). Das Welterbe-Ensemble der ehemaligen Hauptstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin umfasst insgesamt 38 Bestandteile, darunter das Schweriner Schloss als ehemalige großherzogliche Residenz, zahlreiche Herrenhäuser, Kultur- und Sakralbauten sowie den Pfaffenteich.
Im Rahmen des Gesprächs wurden insbesondere folgende Themen behandelt:
- Der Weg Schwerins zum UNESCO-Welterbestatus sowie die bisherigen Auswirkungen auf die Stadt, beispielsweise im Hinblick auf Tourismus, Stadtentwicklung und Wirtschaft
- Frau Holung stellte hierzu umfangreiche Informationen in Form einer Präsentation vor
- Die geplante Einrichtung eines Kompetenzzentrums zum UNESCO-Welterbe in Schwerin
- Die Bildungs- und Nachwuchsarbeit des Welterbe Schwerin Fördervereins e.V.: Der Verein organisiert jährlich Mal- und Schülerwettbewerbe, um junge Menschen für das UNESCO-Welterbe zu sensibilisieren. Bislang wurden mindestens 23 Schulen kontaktiert. Darüber hinaus werden Schülerinnen und Schüler dazu ermutigt, Kurzgeschichten zu verfassen oder Kulturerbestätten im Schuhkarton-Modell nachzubauen. In diesem Zusammenhang wurde auch über den Einsatz bereits vorhandener Lernboxen für Schulen gesprochen.
- Möglichkeiten der Jugendbeteiligung, unter anderem durch das Projekt „UN im Klassenzimmer“
Austausch mit der UNICEF-Gruppe Schwerin
Den Abschluss des ersten Reisetages bildete ein Treffen mit der UNICEF-Gruppe Schwerin. Drei Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe standen für einen ausführlichen Austausch über ihre Arbeit zur Verfügung.
Die Gruppe organisiert regelmäßig Spendenaktionen zugunsten von Projekten von UNICEF Deutschland und richtet außerdem jährlich den UNICEF-Lauf in Mecklenburg-Vorpommern aus.
Im Gespräch wurde zudem die Möglichkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit mit dem DGVN-Landesverband Nord erörtert. Vorstellbar wäre beispielsweise die Durchführung einer gemeinsamen Präsenzveranstaltung in Schwerin, etwa an einer Schule.