
Am 08. April 2026 fand unsere digitale Abendveranstaltung zum aktuellen UNICEF-Bericht über die Lage der Kinder in Deutschland statt. Die abendliche Zoom- Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen des Landesverbandes Nord und UNICEF- Deutschland durchgeführt.Rund zehn Teilnehmende diskutierten gemeinsam mit Jan Braukmann (UNICEF Deutschland), der im wissenschaftlichen Bereich von UNICEF tätig ist, zentrale Befunde und politische Handlungsbedarfe.
Der Bericht, der alle zwei Jahre erscheint und unter Beteiligung von Wissenschaftler*innen sowie Jugendlichen erarbeitet wird, stellt die Frage in den Mittelpunkt, wie Kinderrechte in Deutschland besser umgesetzt werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf den Auswirkungen von Einkommensarmut auf das kindliche Wohlbefinden.
Die Ergebnisse zeigen, dass Armut ein zentraler Risikofaktor ist, der sich auf nahezu alle Lebensbereiche auswirkt. In insgesamt sechs Dimensionen – darunter materielle Situation, Bildung, soziale Beziehungen, Gesundheit und subjektives Wohlbefinden – lassen sich deutliche Unterschiede erkennen. So ist beispielsweise jedes elfte Kind erheblich von materiellen Einschränkungen betroffen, was unmittelbare Folgen für Teilhabechancen hat.
Auch im Bildungsbereich wurden Herausforderungen deutlich: Während die Kompetenzen junger Menschen insgesamt zurückgehen, bestehen weiterhin Defizite in der Vermittlung digitaler Fähigkeiten. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass viele Kinder ihre familiären Beziehungen als stabil und unterstützend wahrnehmen, während die Unterstützung durch schulische Strukturen teilweise kritischer eingeschätzt wird.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der gesundheitlichen Situation von Kindern. Rund 40 Prozent berichten von regelmäßigen Beschwerden, wobei insbesondere psychische Belastungen zunehmen. Besonders betroffen sind Mädchen sowie Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden zentrale Handlungsempfehlungen diskutiert. Dazu zählen gezielte Investitionen in besonders benachteiligte Kinder, die Stärkung von Familien, der Ausbau von Beteiligungsstrukturen sowie die Verbesserung der Datengrundlagen für evidenzbasierte Politik. Auch die Bedeutung von Kommunen und zivilgesellschaftlichen Akteuren wurde hervorgehoben.
Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass die Verbesserung von Chancengleichheit eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft bleibt.
Wir danken Jan Braukmann für die fundierten Einblicke sowie allen Teilnehmenden für den engagierten Austausch.