Mecklenburg-Vorpommern Tour des DGVN Landesverband Nord vom 11.-13.05.2026 – Teil 2

Ein Beitrag von André Sonnenberg

Am zweiten Tag der Mecklenburg-Vorpommern-Tour, dem 12. Mai 2026, stand in Greifswald das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Die Delegation erhielt ein ausführliches Briefing von Dr. Juliane Brust-Möbius (Masterplanmanagement/Klimaschutz), Dr. Stephan Braun sowie Dr. María Teresa Martínez Domínguez, Nachhaltigkeitsmanagerin der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

Seitens der DGVN nahmen die Co-Vorstandsvorsitzende Leah Mathiesen sowie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Nord, André Sonnenberg, an dem Austausch teil.

Im Gespräch wurde deutlich, dass Greifswald über eine bemerkenswerte Dichte an Institutionen und Initiativen verfügt, die sich aktiv an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit zu. Ergänzt wird dessen Arbeit durch weitere Einrichtungen wie die BNE-Fachstelle der Stadt Greifswald, das Greifswalder Moor Centrum (GMC), das Zentrum für Forschungsförderung und Transfer (ZFF) sowie die Stiftung Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern (ANE). Viele dieser Akteure richten ihre Arbeit zudem an den Grundsätzen der Charta der Vielfalt aus.

Darüber hinaus besteht mit dem Nachhaltigkeitsbündnis ein etabliertes Netzwerk für die strategische Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Greifswald engagiert sich außerdem auf der digitalen Plattform „Nachhaltige Kommunen in Deutschland“, der derzeit sechs Landkreise und 19 Kommunen angehören.

Ein weiterer Schwerpunkt der Stadt liegt auf der Klimafolgenanpassung. In diesem Zusammenhang wurde auch die internationale Zusammenarbeit hervorgehoben. Besonders die Partnerschaft mit der bosnisch-herzegowinischen Stadt Goražde zeigt, wie Fragen der Energiewende selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen wie Krisen oder Konflikten angegangen werden können. Ergänzt wird dieses Engagement durch eine Klimapartnerschaft mit der brasilianischen Stadt Pomerode.

Auch der Bildungsbereich nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Im Rahmen des Austauschs wurde das Konzept „UN im Klassenzimmer“ vorgestellt. Zudem ist für Dezember 2026 ein Netzwerktreffen von Lehrkräften in Greifswald geplant, das sich schwerpunktmäßig mit Nachhaltigkeitsthemen befassen wird.

Abschließend wurden Perspektiven einer zukünftigen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Greifswald und dem DGVN-Landesverband Nord erörtert. Vorgesehen sind unter anderem gemeinsame Vortragsveranstaltungen im Greifswalder Rathaus.

Insgesamt präsentierte sich Greifswald als bundesweiter Vorreiter bei der praktischen Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Die enge Vernetzung von Verwaltung, Wissenschaft, Bildungseinrichtungen und internationalen Partnerschaften verdeutlicht den ganzheitlichen Ansatz, mit dem die Stadt Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe versteht und gestaltet.