Einladung: „Bike the Line – 80 Jahre danach“ im Abaton Kino

Wie lässt sich Geschichte erfahrbar machen – und was können wir aus ihr für unsere Gegenwart lernen? Das Filmprojekt „Bike the Line“ verbindet historische Erinnerung mit einer außergewöhnlichen Reise: Sieben Radfahrer machten sich auf den Weg von Wismar nach Wien und folgten dabei der ehemaligen Demarkationslinie, an der sich am Ende des Zweiten Weltkriegs sowjetische und westalliierte Truppen begegneten.

17 Tage lang waren sie unterwegs. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die zurückgelegte Strecke, sondern vor allem die Frage, welche Spuren die Geschichte bis heute hinterlassen hat. Entlang der Route begegneten sie Menschen, besuchten historische Orte und Denkmäler und sammelten Geschichten, die zeigen, wie unterschiedlich persönliche Erinnerungen an Krieg, Diktatur und die Zeit danach sein können.

Aus etwa 60 Stunden Filmmaterial entstand unter der Leitung von Regisseur und Filmemacher Robert Tomschke ein 90-minütiger Dokumentarfilm. Der Film nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf diese Reise und verbindet persönliche Begegnungen mit den historischen Schauplätzen entlang der Strecke. Dabei geht es nicht allein um einen Blick zurück: Die Erlebnisse der Radfahrer werfen auch Fragen nach Frieden, Freiheit, Erinnerungskultur und dem Zusammenleben in Europa auf.

Ein besonders eindrücklicher Teil der Reise führt zum Konzentrationslager Mauthausen. Der Besuch der dortigen Gedenkstätte konfrontiert die Gruppe unmittelbar mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und macht deutlich, welche Bedeutung das Erinnern an die Vergangenheit für die Gegenwart hat.

Hamburger Premiere

Am Freitag, 18. September, um 17 Uhr wird der Film erstmals in Hamburg gezeigt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch mit Robert Tomschke, dem Regisseur des Films, und Jörg Türmer, dem Herstellungsleiter. Beide waren selbst Teil der Radtour. Das Gespräch wird von Mikaela Gafarova moderiert.

Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Landesverband Nord (DGVN Nord) unterstützt das Projekt und beteiligt sich an der Veranstaltung. Für uns steht dabei insbesondere die Verbindung von historischer Erinnerung und den Werten der Vereinten Nationen im Mittelpunkt: Frieden, internationale Zusammenarbeit, Menschenrechte und Völkerverständigung.

Gerade in einer Zeit, in der Krieg und internationale Konflikte wieder stärker unseren Alltag prägen, erinnert „Bike the Line“ daran, wie wichtig es ist, Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Reise macht deutlich, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist – und dass Verständigung und gemeinsames Erinnern einen wichtigen Beitrag für eine friedlichere Zukunft leisten können.

Eintritt: 10 Euro für alle Besucherinnen und Besucher. Tickets hier